Wie war das im Osten?

Wie war das im Osten?

"Stirbt die Kneipe, stirbt die Gemeinschaft"

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Der Gastwirt und Koch Dirk Ellinger erzählt von Ketwurst, Bier für 68 Pfennig und der Kneipe als Zufluchtsort.

In der DDR gab es keine Dönerimbisse, ein einziges japanisches Restaurant und ein italienisches. Dafür nannte man Hamburger "Grilletta" und Hotdogs "Ketwurst", um nicht die Namen des Klassenfeindes zu übernehmen.

Dirk Ellinger verteidigt in der neuen Folge von Wie war das im Osten? trotzdem die Küche aus seiner Heimat, wo man noch richtiges Handwerk gelernt hätte. "Ich muss nicht das ganze Jahr über Erdbeeren und Spargel haben", sagt er.

Dirk Ellinger hat zu DDR-Zeiten als Gastwirt und Koch in Erfurt gearbeitet. Die Gaststätten waren damals oft alles in einem: Restaurant, Schulmensa, Kneipe, Hotel. Und vor allem: sozialer Treffpunkt. Sie sei ein Zufluchtsort gewesen, den die DDR-Regierung den Menschen bewusst gelassen habe, sagt Ellinger: "Stirbt die Kneipe, stirbt die Gemeinschaft."

War die DDR also eine Säufergesellschaft, wie ihr nachgesagt wird? Das beantwortet Dirk Ellinger in der neuen Podcastfolge. Er berichtet von der Geselligkeit am Tresen und der Kreativität in der Küche. Vom Bier für 68 Pfennig, Soljanka und Steak au four, aber auch von seinem Leben und dem Moment, als die Stasi ihm einmal aus dem Klassenzimmer geholt hat, weil er einen falschen Aufnäher trug. Was hat die DDR gegessen? Was getrunken? Hat es geholfen, um den politischen Verhältnissen für kurze Zeit zu entfliehen?

Ein weiteres Thema dieser Folge ist der Tourismus. Wie geht Reisen ohne Reisefreiheit? Wo haben die Ostdeutschen gern Urlaub gemacht? Wie groß war die Sehnsucht in den Westen? All das und mehr hören Sie im Podcast.

Hier eine Inhaltsangabe des Gesprächs mit Minutenangaben:

0: Was vermissen Sie an der DDR, Herr Ellinger?

4: Koch sein in der DDR

12: Bedeutung der Gaststätten

25: Lieblingsgerichte

48: War die DDR eine Säufergesellschaft?

1:08 Service in der DDR

1:21 Das Männerbild in der DDR

1:33 Tourismus in der DDR

1:58 Die Zeit nach der Maueröffnung

2:18:00 Was war das Beste an der Wiedervereinigung?


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Über diesen Podcast

Ein Podcast von ZEIT ONLINE über das Leben in der DDR und danach. Was machte den Alltag in der DDR aus? Wie verbrachten die Jugendlichen ihre Freizeit? Wie reiste, wie liebte, wie arbeitete man? In ausführlichen Gesprächen kommen Menschen zu Wort, die aus verschiedenen Lebensbereichen erzählen. Die beiden Moderatoren, Valerie Schönian und Michael Schlieben, stammen aus Ost und West und sind neugierig, denn sie haben die DDR nicht selbst erlebt. 30 Jahre nach dem Mauerfall fragen sie nach dem, was in der DDR besonders war – und was daraus wurde.
Produziert von Pool Artists.

von und mit ZEIT ONLINE

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